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05.03.10 09:47

Bio in Bochum

Einkaufen ohne schlechtes Gewissen - mit dem neuen Einkaufsführer der Bochum-Agenda 21 kein Problem.

"Einkaufen in Bochum - biologisch, fair & regional" heißt die 87 Seiten starke Broschüre, die es den Bürgern der Stadt erlauben soll, gezielt und bewusst einzukaufen.

"Wir haben diese zweite Auflage nicht nur erneuert, sondern auch verbessert", fügt Margit Mizgalski, die Urheberin des Projektes, hinzu. Das neue Heft beinhaltet nicht nur Geschäfte, sondern nun auch Restaurants, die den Ansprüchen der Agenda 21 genügen. Außerdem gibt es Tipps zu Kosmetika und Informationen über deren Inhaltsstoffe. "Wir haben weiterhin versucht, den Verbrauchern einen Leitfaden durch den Bio-Siegel-Wald zu geben", erklärte Judith Spittler, von der Verbraucherzentrale.

Ziel des Einkaufsführers ist es, einen Überblick über Möglichkeiten zu geben, einzukaufen ohne soziale und ökologische Ausbeutung. Außerdem hat die Broschüre regionalen Bezug, so dass lokale Produkte gestärkt werden. "Wir haben sogar Interviews mit Hugo Fiege und Herwig Niggemann mit ins Heft aufgenommen", so Mizgalski.

Trotz aller Information fällt die Orientierung im ansprechend gestalteten Heft nicht schwer. Mit Farben und Tabellen findet man schnell die Seite seines Interesses - vom Bio-Restaurant über Ökobäcker bis zum Verkauf direkt vom Bauernhof. "Wir haben bewusst auf wissenschaftlichen Anspruch verzichtet", erklärt Spittler. So fielen zwar Themen wie Gentechnik aus dem Programm, dafür ist die Broschüre leicht verständlich.

"In Zukunft wird es wohl schwierig für die Agenda 21 so ein Heft zu produzieren", gibt Niels Funke der Agenda-Sprecher zu. Wie berichtet sind die Mittel der Agenda um 73 Prozent gekürzt worden. Deshalb wurde die Auflage auch von 10000 auf 5000 reduziert. "In Zukunft müssen wir wohl neue Geldquellen auftun", schätzt Dr. Jürgen Löwer, freier Mitarbeiter des Projektes. Er könne sich eine Beteiligung der Betriebe vorstellen. "Die Dinger gehen immerhin weg, wie geschnitten Brot", freut sich auch Mizgalski. Obwohl die Broschüre kostenlos ist, sei die Produktion natürlich nicht umsonst. Nach dieser Broschüre muss man Ausschau halten, will man wissen, wo man in Bochum ökologisch einkauft.