home |  sitemap | impressum | suche

Klimaschutz und Energie

Bochum ist eine von vielen Gemeinden weltweit, die sich dem Klimaschutz verpflichtet fühlen und die sich aus diesem Grund bereits 1994 dem internationalen Klimabündnis "Alianza del Clima" angeschlossen haben.

Mit diesem Beitritt hat sich die Stadt Bochum zum Ziel gesetzt, eine deutliche Minderung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2010 zu erreichen. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, sind bereits viele Maßnahmen, die mit Fördermitteln des Landes möglich wurden, aber auch einige Maßnahmen organisatorischer Art sowie finanziell tragbare umgesetzt worden.

1. Klimaschutzkonzept der Stadt Bochum

Um einen Handlungsleitfaden zu erhalten, hat die Stadt Bochum einen Auftrag zur Erstellung eines kommunalen Klimaschutzkonzeptes vergeben. Das seit August 2002 vorliegende Klimaschutzkonzept befasst sich unter anderem mit:

* Energieeinsparung in privaten Haushalten,

* Energieeinsparung im Bestand der stadteigenen Gebäude,

* Nutzung und Förderung erneuerbarer Energien (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse),

* Kraftstoffsparende Fahrweise und Verkehrslenkung,

* verstärkte Nutzung des ÖPNV und

* vieles mehr.

Es werden auf Bochumer Verhältnisse zugeschnittene Strategien und Maßnahmen vorgeschlagen, die zum Teil durch die städtischen Gremien beschlossen und danach Schritt für Schritt umgesetzt werden.

2. Klimaanalyse (digital) für die Bauleitplanung und Umweltverträglichkeitsprüfung

Was das lokale Klima angeht, verfügt die Stadt Bochum über detaillierte Daten, denn die Verbesserung des Lokalklimas ist seit langem ein dringliches Anliegen. Dichte Bebauung, Industrie und Verkehr lassen in Bochum an zahlreichen Stellen klimatische Bedingungen entstehen, die sich störend auswirken können.

Anfang 2006 hat das Umwelt- und Grünflächenamt den Regionalverband Ruhr mit der Überarbeitung der Daten und einer aktuellen Bestandsaufnahme beauftragt (Aufteilung der Stadt in Klimatope), um Beeinträchtigungen durch Versiegelung und Bebauung von Frischluftschneisen zu erkennen und zu vermeiden. In diesem Zusammenhang werden ebenfalls Planungshilfen erstellt. Die Fertigstellung ist für Anfang 2008 geplant.

3. European Energy Award ® ( eea® )

Der European Energy Award ist ein modernes Energiekonzept für Kommunen, dem sich immer mehr Städte und Gemeinden anschließen.

Als eine der ersten Städte in Deutschland hat Bochum den European Energy Award ® am 14.04.2005 vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.

Durch das frühzeitige Bekenntnis zum Klimaschutz und die Ausrichtung auf umweltfreundliche Leitziele hat Bochum auf Anhieb die erste Stufe dieses mehrstufigen Auszeichnungs-verfahrens geschafft: Nach der ersten Bestandsaufnahme erreichte Bochum bereits 67 % aller möglichen Punkte und erreichte damit einen Spitzenplatz in NRW.

Es wird deutlich, dass noch Entwicklungspotentiale vorhanden sind, jedoch alle Handlungsfelder über der für die Erreichung des European Energy Award ® angesetzten Grenze von 50 % liegen.

Bedingung für die Auszeichnung ?European Energy Award? ist eine ständige Weiterentwicklung der Stadt im Energiebereich. Bei Stillstand wird die Auszeichnung wieder aberkannt. Die dreijährige Überprüfung der energierelevanten Weiterentwicklung einer Gemeinde durch einen unabhängigen Auditor ist eine der Innovationen des eea®. Der eea® bietet zudem die Möglichkeit Vergleiche mit anderen teilnehmenden Kommunen anzustellen, die eine Grundlage zur politischen Entscheidungsfindung in unserer Stadt darstellen.

Zentrales Element des eea® ist das Energieteam, bzw. seine Teilnehmer. Die Zusammensetzung des Energieteams ist eine erste entscheidende Voraussetzung für seine Arbeitsfähigkeit. Es gilt, die - entsprechend des gewählten Themas - umsetzungsrelevanten Entscheider, Betroffenen und Multiplikatoren für die angestrebten Projekte zusammenzubringen.

Gemeinsame Diskussion, Beratung und die Entwicklung von Projekten (Energiepolitisches Arbeitsprogramm) stehen im Vordergrund. Innerhalb des Energieteams werden zu konkreten Projekten aktive Mitglieder benannt. Aber auch potentiell aktive und engagierte Mitarbeiter oder Vertreter von anderen Organisationen (z.B. Sparkasse), Verbänden und Unternehmen müssen zusammengebracht werden. Diese Personen entwickeln aus dem Energieteam heraus eigenverantwortlich Projekte zur Energieeinsparung und CO2 -Minderung, die sie selbst vor Ort umsetzen müssen.

4. Energetische Gebäudesanierung

Einen Schwerpunkt des Bochumer Klimaschutzkonzeptes stellen Energieberatungsangebote der Stadt dar. Die städtische Energieberatung im Umwelt- und Grünflächenamt gibt Tipps und Hinweise zu Energiesparmaßnahmen, Vor-Ort-Beratungen und Förderprogrammen, insbesondere den Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Internetplattform ALTBAUNEU und Broschüren (z.B. Modernisierungsratgeber Energie) runden das Angebot ab.

5. ALTBAUNEU

Orientierung rund um die energetische Gebäudesanierung und zu Fördermitteln finden Gebäudeeigentümer in einem Portal, das neben allgemeinen Informationen lokale Daten mit örtlichen Ansprechpartnern und Dienstleistungen bietet. Es handelt sich um ein interkommunales Projekt, das von acht Städten und 4 Landkreisen aus NRW erstellt wurde, die sich im Bereich energetische Gebäudemodernisierung für den Klimaschutz engagieren.

Mit der Beteiligung an dem Projekt AltBauNEU verbindet die Stadt Bochum den Wunsch, dass viele Immobilien-besitzer motiviert werden, die energetische Qualität ihres Gebäudes zu verbessern und so einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Positiver Nebeneffekt ist die Belebung des lokalen Arbeitsmarktes. Gebäude-eigentümer sollen durch das Projekt AltBauNEU kompetente und qualifizierte Hilfe bei der Entscheidungs-findung erhalten.

www.alt-bau-neu.de/bochum

6. Bochumer Heizspiegel

Mit der Ausgabe 2005 wurde bereits zum zweiten Mal der Bochumer Heizspiegel für die Bochumer Bürgerinnen und Bürger vorgelegt. Er ermöglichst den Mietern und Vermietern, die Heizkosten und den Heizenergieverbrauch ihrer Gebäude auf der Grundlage ihrer persönlichen Heizkostenabrechnungen zu bewerten.

7. Kooperationen für effizienten Klimaschutz

Sehr wichtig sind die verschiedenen Kooperationen zum Klimaschutz (lokale, regionale und fachspezifische). Die wichtigsten Kommunikations- und Kooperationsforen für Bochum sind:

"Regio-Treff AltBauNeu", ein Erfahrungsaustausch für Kommunen,

"Bochumer Energietisch? (Mieterverein, Haus- und Grund, Stadtwerke, Stadt Bochum) sowie

"EnergieOptimalPlus", eine fachspezifische Kooperation aus Handwerkern, Sparkasse, Verbraucherzentrale, Stadtwerken, Stadt Bochum, Architekten und Ingenieuren zur Förderung von Modernisierungsvorhaben privater Eigentümer.

Klimaschutzkonzept für die Stadt Bochum

Mit dem Beitritt zum Klimaschutzbündnis hat sich die Stadt Bochum anderen Kommunen mit dem Ziel angeschlossen, eine Minderung der CO2-Emissionen um 50% zu erreichen. Um für die einzelnen Sektoren in Bochum konkrete CO2-Minderungsziele bis 2010 aufstellen und die dazu notwendigen Maßnahmen ableiten zu können, wurde ein Klimaschutzkonzept beauftragt. Basis dieses Konzeptes ist eine Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs im Stadtgebiet Bochum und der dadurch verursachten klimarelevanten Emissionen im Jahr 1999. Als Ziel dieses Konzeptes soll der Stadt Bochum aufgezeigt werden, mit welchen Maßnahmen eine nachhaltige Klimaschutzpolitik umgesetzt werden kann. Dazu werden realistische Ziele für das Zieljahr 2010 und die verschiedenen Sektoren formuliert und Maßnahmen zu deren Umsetzung vorgeschlagen. In der vorliegenden Kurzfassung werden die Ergebnisse im Überblick dargestellt.

Das Klimaschutzkonzept berücksichtigt die Sektoren Private Haushalte, Städtische Einrichtungen, Industrie, Gewerbe und Verkehr. Sektorübergreifend werden die Versorgungsstruktur betrachtet, Szenarien entwickelt und der Bochumer Maßnahmenkatalog vorgestellt.

In der Kurzfassung des Klimaschutzkonzeptes Bochum wird retrospektiv, ausgehend von der Bilanz 1999 (Kap. 2), die bisherige Entwicklung der CO2-Emissionen seit 1990 dargestellt (Kap. 3). Anhand von Szenarien (Kap. 4) wird die mögliche Entwicklung bis 2010 aufgezeigt und diese mit bundesweiten Klimaschutzzielen verglichen (Kap. 5). In Kapitel 6 werden die Klimaschutzmaßnahmen für die verschiedenen Sektoren dargestellt und eine volkswirtschaftliche Bewertung vorgenommen (Kap. 6.1). Anschließend wird die Einbindung des Klimaschutzes in die Agenda21-Arbeit und die Verankerung in der Politik und Verwaltung erörtert. Kapitel 9 fasst nochmals die Strategien zusammen, die dem Bochumer Maßnahmenkatalog (Kap. 10) zu Grunde liegen.

In Bochum wurde die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz hauptsächlich durch Aktivitäten der Stadtwerke Bochum GmbH, des Bochumer-Energiekreises und des Beirates der Agenda 21 vorangetrieben.